• Frost & Payne – Eine Steampunkromanserie aus der Schweiz

    Heute kann ich mal wieder etwas über Steampunk schreiben, über das ich mich richtig freue und um zu erklären, warum mich die Entdeckung einer schweizer Steampunkromanserie so freut, muss ich etwas ausholen:

    In den vergangenen Wochen führte ein Beitrag auf dem englischen Parallelblog meta-punk.com dazu, dass ich wieder verstärkt Kontakt zu Steampunks auf der ganzen Welt hatte. Es ging darum, dass ich mir die Entwicklung der Steampunkszene in verschiedenen Ländern angesehen habe und feststellen musste, dass es der deutschen Szene an Nachwuchs fehlt und sie mehr und mehrzu einem Kostüm-Schaulaufen auf Events wird.

    Mein Freund Dan Ætherman aus der Schweiz kam auf seinem Blog quasi als Reaktion zu meinem Artikel zu einem ganz ähnlichen Ergebnis, was die schweizer Szene angeht.

    Umso mehr freut es mich jetzt natürlich zu sehen, dass ich jetzt auf eine Steampunkromanserie aus der Schweiz gestoßen bin, die nicht nur sehr umfangreich ist (neun Bände seit August 2017) sondern auch ganz offensichtlich noch immer weiter ausgebaut wird.

    Die Serie dreht sich um die eponymen Protagonisten Frost & Payne und die Abenteuer , die sie in einer Steampunkversion der Erde erleben, die von der schweizer Autorin Luzia Pfyl erdacht wurde (hier noch ihre Präsenz auf Facebook).

     

    Ich habe mir jetzt den ersten Roman der Serie, Die Schlüsselmacherin, für meinen Kindle geholt und werde so bald wie möglich eine Rezension veröffentlichen.

     

    Hier schon mal die offizielle Zusammenfassung für interessierte Leser:

    Die ehemalige Diebin Lydia Frost eröffnet eine Agentur für Verlorenes und Vermisstes. Ihr neuster Auftrag führt sie ausgerechnet zurück zur berüchtigten Madame Yueh und den „Dragons“, der Organisation, von der sie sich gerade erst hart ihre Freiheit erkämpft hat. Als gäbe das nicht schon genug Probleme, muss sie auch noch den Pinkerton Jackson Payne ausfindig machen. Doch der Amerikaner hat seine eigenen Aufträge.
    Frost steht plötzlich im Kreuzfeuer und muss sich zwischen Paynes Leben und ihrer Freiheit entscheiden.

     

    Beitragsheader © Luzia Pfyl, fair use

  • Die Koboldburg – Warum gibt es sowas nicht für Erwachsene?

    Letzte Woche haben wir einen Generationenausflug gemacht. D.h. drei Generationen meiner Familie waren unterwegs. Genauer gesagt, Meine Frau, mein Sohnemonster, mein Vater und ich.

    Wir waren im Wildpark Bad Mergentheim und haben dort einen wirklich sehr schönen Nachmittag verbracht, aber eine Sache war dann doch die Krönung und das war die riesige Kletterburg auf dem Spielplatz am Eingang. Hier einige visuelle Eindrücke:

    Die Koboldburg ist einfach großartig! Fast jeder Turm darin enthält einen Raum, es gibt zahllose Ecken, in denen man sich verstecken kann, alles ist irgendwie schief (eben für Kobolde), es gibt eine Zauberschule, einen Zauberladen, Rutschen, Tunnel, Brücken und einen langen Tunnel der einmal durch den Keller der Burg geht.

    Sohnemonster hatte einen Riesenspaß und wollte gar nicht mehr raus, was ich verstehen kann. Da die Koboldburg auf Kinder zugeschnitten ist, hatte mein Sohn natürlich einen Mobilitätsvorteil, wie er überall durch passte, was bei mir nicht der Fall war und sich überall verstecken und überall durchrennen / durchkriechen konnte.

    Schließlich habe ich ihn doch erwischt und unter Protest mitgenommen.

    Ich fand es auf und in der Burg auch großartig, obwohl ich dafür viel zu groß war. Und da kam mir ein Gedanke:

    Warum gibt es so etwas wie die Koboldburg eigentlich nicht für Erwachsene?

    So eine Burg in entsprechender Größe wäre der perfekte Ort für jede Art von LARP der Kobolde enthält, ein LARP speziell für Kobolde oder einfach nur gut, um mal auf eine etwas andere Weise Spaß zu haben. Auch Erwachsene lieben Hüpfburgen, also warum nicht auch so eine Kletterburg in entsprechender Größe?

    Sollte irgend jemand, der das liest 100.000 € oder so zu viel rumliegen haben, einfach bescheid sagen bzw. Kommentar hinterlassen, wir sammeln dann ein Team zur Planung und Umsetzung!

     


  • Wenn Abschleppwagen Abschleppwagen abschleppen

    Endlich haben wir es aus Krefeld raus geschafft! Fast 5 Jahre in der furchtbarsten Stadt, in der ich jemals Zeit verbringen musste. Der einzige Ort, den ich noch weniger mag, ist die Sparkasse, in der ich meine Ausbildung gemacht habe…

    Aber natürlich gab es auch beim Umzug noch ein Problem, das die ganze Krefelderfahrung nochmal sehr schön zusammenfasst und da habe ich ein Video zu gedreht.

    Bitte schön:

     


  • 20 Jahre Harry Potter macht zwei Generationen

    Harry Potter feierte vor einigen Tagen seinen 20 Geburtstag (also das erste Buch, nicht der Film und auch nicht die Figur Harry Potter). Das ist eine Zeitspanne, die mich schmerzlich an mein Alter erinnert und die groß genug ist, das zwei Generationen hinein passen. Genau das ist jetzt bei mir zuhause passiert, die nächste Generation hatte Erstkontakt mit Harry Potter, in Form des ersten Films.

    Wir waren am Sonntag bei eine Spielgruppe der DGHK und einer der Jungs dort hat sehr lobenswerter Weise Hogwarts aus Mini-Ziegeln gebaut und die ganze Zeit von Harry Potter erzählt.

    Jetzt ist es ja so, dass ich zwar alle Harry Potter Romane gelesen habe, das Universum bei mir bzw. bei uns nicht so im Vordergrund steht (da stehen Star Wars, Star Trek, Fallout und WH40K). Mein Sohnemonster kannte Harry Potter also nicht, hörte den Ausführungen des anderen Jungen fasziniert zu und wollte auch mehr wissen. Dann kam natürlich die Frage, ob das ein Film sei und wir haben ihm dann erklärt, es seien Bücher und Filme.

    Um es abzukürzen: Das erste Buch ist jetzt auf dem Weg und den ersten Film hat er noch am selben Tag gesehen und war begeistert. Abgesehen davon hatte ich fast vergessen, was für einer faszinierenden,  wunderschönen Welt Harry Potter spielt. Da hat mich der erste Film zum Glück daran erinnert. 

    20 Jahre Harry Potter und zwei Generationen Fandom und Geekiness in meiner Familie. Mal sehen, wieviele Fanuniversen außer Star Wars und Harry Potter Sohnemonster noch begeistern können.


  • Impressionen vom Japantag 2017 in Düsseldorf

    Gestern fand erneut (und leider natürlich nur einmal im Jahr) der Japantag in Düsseldorf statt und ich war natürlich auch da. Ich kann mir das ja schließlich nicht entgehen lassen, wenn ich schon in der Nähe wohne und fast ebenso lange Anime-Fan bin wie Rollenspieler und Japan auch aus anderen Gründen verbunden bin.

    Es war wirklich die Hölle los, wie man auch auf den Bildern unten zum Teil sehen kann (wenn ich die Meute fotographiert habe) und es gab viel zu sehen:

    Stände, Cosplayer, Budo, ein Samurai-Lager und noch mehr. Außer den Anime/Manga/Spiele-Cosplayern war auch ein Stormtrooper unter den Gästen (mindestens einer), eine Ghostbuster-Lady und natürlich die allgegenwärtigen Steampunks (was mir allmählich wirklich etwas auf die Nerven geht).

    Zufälliger Weise habe ich auch noch eine meiner Schülerinnen getroffen (Muahahaha), und zwar in der Schlange für den Bubbletea bei Sphere Bay, ein Manga-Teehaus, das ich rundweg empfehlen kann, und wie ich kürzlich twitterte:

    Sitze in einer Manga-Teestube, höre den OST von Ghost in the Shell (Anime) und bin im Netz. Was bin ich heute

    Also: Wenn euch in Düsseldorf nach Bubbletea und/oder Macha-Latte ist: Unbedingt vorbeischauen. Der Laden ist jeden Besuch wert.

    Und hier jetzt noch ein paar Eindrücke vom Japantag (Vorsicht! Große Bilder!):


  • Ich habe eine Woche keinen Kaffee getrunken – Das kam dabei raus

    Auf Dinge zu verzichten um gesünder zu leben liegt ja voll im Trend, deshalb habe ich in der vergangenen Woche selber ein Experiment gewagt und komplett auf Kaffee verzichtet. Genauer gesagt, ich habe auf „anregende Heißgetränke“ verzichtet, also auch kein schwarzer Tee, grüner Tee oder ausgekochte Guave-Beeren und so Zeug.

    Statt dessen bin ich auf Milch, heiße Schokolade und diverse Früchtetees umgestiegen. Hier ist mein Tagebuch und ein Abriss der Ereignisse, ihr werdet erstaunt sein:

    Montag:

    Ich hatte zum Frühstück zwei Tassen Kaba (von der Aldi-Hausmarke) schmeckte irgendwie nach Grundschule, aber war OK.

    In der ersten Pause habe ich dann am Kiosk in der Schule eine kleine Packung Vollmilch gekauft. Die Koffeinentzugskopfschmerzen (wunderbares Wort) blieben aus.

    Abends habe ich statt der üblichen großen Tasse Earl Grey einfach Pfefferminztee getrunken. Um 21:00 war ich dann aber schon wirklich müde und habe wie ein Stein geschlafen. Interessant: Ich habe aktiv von nichts geträumt, also ich kann mich an einen Traum erinnern, der komplett leer war.

     

    Dienstag:

    Statt Kaba hatte ich einfach nur ein Glas Milch zum Frühstück. In der Schule in der Pause statt Milch einen Smoothie. Kopfschmerzen hatte ich immer noch keine und die kamen auch nicht. Die Dame, der das Kiosk in der Schule gehört war übrigens etwas irritiert, dass ich keinen Kaffee mehr bei ihr hole, wo ich sonst 2-3 mal während der Schulzeit vorbei komme.

    Abends war ich dann noch schnell bei Rossmann um mal exotischeren Früchtetee zu holen, musste aber einen kleinen Umweg machen, weil Teile der Innenstadt von der Polizei abgesperrt waren. Hubschrauber der Bundeswehr waren auch im Einsatz. Es war aber nichts von Anti-Terror-Einsatz in den Nachrichten.

    Ich habe mir eine Packung Pfirsich-Mango-Tee geholt. Die Kassiererin glotzte mich aus trüben, leeren Augen an.

     

    Mittwoch:

    So gut bin ich seit langem nicht aus dem Bett gekommen. War schon um 05:00 wach und habe mir gleich den Pfirsich-Mango-Tee gemacht, ganz köstlich. Ich war so angetan, dass ich mir meinen Thermobecher damit befüllt habe.

    Allerdings war der Rest des Morgens hektisch. Die Öffies fuhren nicht und ich habe das zu spät gemerkt. Musste einen Kilometer zum Bahnhof rennen. Ging aber sehr gut, da ich ja gut ausgeschlafen war.

    In der Schule war auch alles in Ordnung. Sogar meine Sechste, die sonst so unruhig und frech ist, hat sich benommen. Die beiden größten Störenfriede haben auch gefehlt. Als ich den Klassensprecher fragte, ob sie krank seien, grinste er mich mit blutverschmierten Zähnen an und sagte: „Sie haben ihren Teil für die Rückkehr der Großen Alten getan.“ Das erfüllte mich mit Glück, dem schwarzen, kalten Glück, das zwischen den Sternen lauert.

    Außerdem musste ich in der Schule übernachten. Die Bahnlinie nach Hause war unterbrochen. Laut Radio hat ein Teil der Landschaft aufgehört zu existieren. Halb so wild. 200 Meter hinter der Schule steht ein Aldi, ich habe dort erst mal eingekauft. Der Himmel war grün und blau. Blitze kratzten über die Wolken.

     

    Donnerstag:

    Die Schule fällt heute aus, die Sporthalle wurde zu einer Notunterkunft umfunktioniert. Hin und wieder zucken Tentakel aus dem bleigrauen Himmel. Sie sind aber ziellos und blind. Der Aldi wurde geplündert. Ich habe mich um die letzte Packung Pfirsich-Eistee mit einem Anwohner geprügelt. Ich hatte eine Schaufel, er nicht.

    Am Abend habe ich dann ein noch fahrtüchtiges Auto im Straßengraben gefunden, der Schlüssel steckte. Habe mich auf den Weg gemacht.

     

    Freitag:

    Wie geil! Ich habe es tatsächlich geschafft, die ganze Nacht durch zu fahren, ganz ohne Koffein und andere Mittel. Habe eigentlich nur Milch getrunken und den Arm des Plünderers von Donnerstag verspeist.

    Bin fast in Hamburg, aber viele Straßen sind blockiert. Horden irrer Menschen ziehen umher, aber sie scheinen sich vor meinem Auto zu fürchten. Habe am Nachmittag eine Tankstelle gefunden, die noch funktionierte, aber verlassen war. Habe den Tank voll gemacht und die ganze Müllermilch aus dem Kühlregal genommen. Mal ein wenig Abwechslung. Hey! Ich habe die Woche fast geschafft.

     

    Samstag:

    Bin fast bis zur Nordseeküste gekommen, musste dann aber umdrehen. Ein geistloser Mob kam mir auf der Autobahn entgegen. Zumindest muss ich nicht anhalten, habe ja genug Milch auf der Rückbank und daneben sitzt mein Proviant. Gegen Mittag passierte ich Bremen, die Stadt qualmt nur noch, die meisten Feuer sind ausgebrannt. Der Himmel verfärbt sich dunkler, die Tentakel scheinen jetzt häufiger Menschen vom Boden in den Himmel zu reißen.

     

    Sonntag:

    Ich habe die letzte Milch getrunken und bin zum Strand gelaufen. Meine Brüder und Schwestern aus der Tiefe warteten bereits. Wir sind gemeinsam hinaus geschwommen.

    Iäh Cthulhu! Iäh Dagon! Iäh Hydra! Die Welt der Sterblichen geht zu Ende und die Großen Alten sind zurück!

     

     

     

    Header image © clipartfest.com


  • Let’s Play: Elegy for a Dead World

    Nachdem ich in letzter Zeit so aktiv auf Youtube bin, wie lange nicht, kann ich auch mal wieder ein selbst gemachtes Video posten.
    Das Spiel heißt „Elegy for a Dead World“ und animiert zum schreiben, also ein Spielkonzept, das man wirklich nicht häufig findet.
    Zusätzlich dazu bietet Elegy for a Dead World auch die Möglichkeit, Englisch zu üben, also nicht nur durch Schreiben, weil: Es gibt Grammatikübungen im Spielesetting.

    Aber schaut es euch einfach mal selbst an:


  • Rezension: Ritter #1 – Wie alles begann (Spiele-Comic)

    Heute kann ich mal wieder ein echtes Juwel präsentieren. Vor einigen Tagen (knapp zwei Wochen) erreichte mich eine Email von Pegasus, die geben unter anderem die deutsche Version des BKAZ (Bestes Kartenspiel Aller Zeiten), Munchkin, heraus.
    Darin wurde ich gefragt, ob ich bereit wäre, einige Neuerscheinungen zu rezensieren. Das tat mir dann wirklich in der Seele weh, denn aus Zeitgründen musste ich mich für eine der Neuerscheinungen entscheiden. Meine Wahl fiel, als Ein-Personen-Rollenspielbuch-Veteran, auf die Spiele Comics, von denen ich zwei erhielt. Das eine dreht sich um Sherlock Holmes (Rezension folgt), das andere dreht sich um einen Bauernjungen (man hat drei zur Auswahl), der Ritter werden möchte.

     

    Ich habe meine Wahl der Neuerscheinung nicht bereut, ganz im Gegenteil! Das Spiele-Comic Ritter #1 – Wie alles begann, bietet eine wunderschöne Geschichte, die sich wirklich mit den Büchern von Joe Dever und Steve Jackson messen kann. Außerdem kommt durch die Umsetzung als sehr knuffiges Comic ein sehr schönes graphisches Element hinzu. Trotz all der Knuffigkeit der Bilder ist die Handlung der Geschichte aber wirklich 100% Fantasy-RPG, man wird nicht geschont. Ich bin dreimal zu meinen Ahnen gegangen, bevor ich es zum letzten Tag der Ritter-Queste geschafft habe. Dann hatte ich aber auch die Prüfung erfolgreich abgelegt.

     

    Hier noch das Rezensionsvideo, in dem ich noch etwas mehr sage:

     

    Ritter – Wie alles begann,hat mir einen ganz wunderbaren, abenteuerlichen Sonntag (von ca. 11:00 – irgendwann am späten Nachmittag, inklusive Kaffeepause) beschert und ich kann es jedem Rollenspieler und Comic-Fan ans Herz legen.
    Ich freue mich schon auf das andere Buch, über Sherlock Holmes, und dieses bekommt

    10/10 und noch die Ehrenmedaille


  • Steamtropolis am 01. April 2017 in der Werk°Stadt Witten

    Es ist mal wieder soweit! Eine der langlebigsten und häufigsten Steampunk-Veranstaltungen Deutschlands öffnet am 01.04.2017 erneut seine Tore: Das Steamtropolis unter der Federführung von Funkelglanz Events. Dieses Mal werde ich mal wieder alles daran setzen, selbst vor Ort zu sein (was ich am zweiten Tag als Mitglied des Viktorianischen Lesezirkels sowieso sein werde) aber vor allem geht es mir um die Party am 01.04., weil: Da spielt Victor Sierra und Captain Bob und seine Crew sind meine erklärte Lieblings-Steampunkband. Hier ein Vorgeschmack:

    Der Rest des Programms bürgt ebenso für Qualität, seht es euch selbst an:

     

     

    Also, Steampunks des fernen Westens und Umgebung! Auf auf zum Steamtropolis nach Witten!


  • Die Sache mit dem DPP dieses Jahr

    Seit einigen Tagen geistert eine Diskussion um den Deutschen Phantastik Preis durchs Netz. Es geht um die Seltsamkeit der diesjährigen Durchführung (auf neuer Veranstaltung und mit anderen Abstimmungsmodalitäten, die etwas undurchsichtig und auch rechtlich in der Durchführung dubios sind, wie Phantanews schon bemerkte) den seltsamen Mix zwischen Publikums-Voting und der undurchsichtigen Vorauswahl der bereits bestehenden Longlist und noch einiger anderer Punkte.
    Bevor ich jetzt meinen Senf dazu gebe, will ich eines voraus schicken:
    Ich habe in der Vergangenheit den Deutschen Phantastik Preis selbst gewonnen (Steampunk: Kurz & Geek und Eis & Dampf, bei letzterem war eine Geschichte von mir in der Anthologie). Des weiteren habe ich dieses Jahr selber nichts in Richtung Deutscher Phantastik Preis laufen (ich bin nur Hobbyautor). Ferner bin ich mit Personen, deren Werke bereits auf der Vorauswahlliste stehen als auch denen die übergangen wurden (ja, ich sehe das so) befreundet.
    Mein Standpunkt ist also recht neutral und ich schalte jetzt komplett auf Nerd, der sich die letzten zehn Jahre mit Webanalyse, Statistik und anderem Zahlenkram beschäftigt hat, weil bei der Vornominierungsliste eines ganz deutlich auffällt:
    Wenige Verlage dominieren die Kategorien. Es ist sogar so, dass man Verlage mit Mehrfachnominierung in einer Kategorie findet und sich die selben Verlage durch die Kategorien hindurch wiederholen.
    Ich bezweifle nicht, dass die betreffenden Verlage gute Sachen herausbringen (und gerade der Grit Richter und Fiona Bode gönne ich jeden Preis, den die beiden bekommen) aber diese unnatürliche Dominanz weniger Namen über die Kategorien hinweg ist schon sehr merkwürdig, wenn man sieht, wie viele Kleinverlage es gibt und die großen veröffentlichen ja auch. Hinzu kommt noch, dass diese Nominierung für die Longlist offenbar nicht allen Verlagen kommuniziert wurde, was dann natürlich das Bild weiter verzerrt.

    Also nochmal kurz zusammengefasst:

    1. Es ist nicht klar, wann die Longlist-Nominierungen gemacht wurden und wer die machen durfte (obwohl es angeblich 3000 Experten waren)
    2. Wenige Namen dominieren das gesamte Longlist-Feld

    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier ganz bewusst darauf hin gearbeitet wird, den Preis weniger zu einer Publikumsaktion als vielmehr zu einer Werbefläche für vom Veranstalter bereits bestimmten Verlage und deren Werke zu machen.
    Alternativ wurde durch die Vorauswahl der „Longlist-Bestimmer“ bereits dafür gesorgt, dass nur bestimmte Werke dort auftauchen, die allein durch vorherige Nennung bereits einen Abstimmungsvorteil genießen.

    Kurz gesagt: Ich finde, irgend etwas ist mächtig faul beim DPP 2017 und er hat mit dem reinen Publikumspreis, der er einmal war, nicht mehr viel zu tun.

     

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