Die Sache mit dem DPP dieses Jahr

Seit einigen Tagen geistert eine Diskussion um den Deutschen Phantastik Preis durchs Netz. Es geht um die Seltsamkeit der diesjährigen Durchführung (auf neuer Veranstaltung und mit anderen Abstimmungsmodalitäten, die etwas undurchsichtig und auch rechtlich in der Durchführung dubios sind, wie Phantanews schon bemerkte) den seltsamen Mix zwischen Publikums-Voting und der undurchsichtigen Vorauswahl der bereits bestehenden Longlist und noch einiger anderer Punkte.
Bevor ich jetzt meinen Senf dazu gebe, will ich eines voraus schicken:
Ich habe in der Vergangenheit den Deutschen Phantastik Preis selbst gewonnen (Steampunk: Kurz & Geek und Eis & Dampf, bei letzterem war eine Geschichte von mir in der Anthologie). Des weiteren habe ich dieses Jahr selber nichts in Richtung Deutscher Phantastik Preis laufen (ich bin nur Hobbyautor). Ferner bin ich mit Personen, deren Werke bereits auf der Vorauswahlliste stehen als auch denen die übergangen wurden (ja, ich sehe das so) befreundet.
Mein Standpunkt ist also recht neutral und ich schalte jetzt komplett auf Nerd, der sich die letzten zehn Jahre mit Webanalyse, Statistik und anderem Zahlenkram beschäftigt hat, weil bei der Vornominierungsliste eines ganz deutlich auffällt:
Wenige Verlage dominieren die Kategorien. Es ist sogar so, dass man Verlage mit Mehrfachnominierung in einer Kategorie findet und sich die selben Verlage durch die Kategorien hindurch wiederholen.
Ich bezweifle nicht, dass die betreffenden Verlage gute Sachen herausbringen (und gerade der Grit Richter und Fiona Bode gönne ich jeden Preis, den die beiden bekommen) aber diese unnatürliche Dominanz weniger Namen über die Kategorien hinweg ist schon sehr merkwürdig, wenn man sieht, wie viele Kleinverlage es gibt und die großen veröffentlichen ja auch. Hinzu kommt noch, dass diese Nominierung für die Longlist offenbar nicht allen Verlagen kommuniziert wurde, was dann natürlich das Bild weiter verzerrt.

Also nochmal kurz zusammengefasst:

1. Es ist nicht klar, wann die Longlist-Nominierungen gemacht wurden und wer die machen durfte (obwohl es angeblich 3000 Experten waren)
2. Wenige Namen dominieren das gesamte Longlist-Feld

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier ganz bewusst darauf hin gearbeitet wird, den Preis weniger zu einer Publikumsaktion als vielmehr zu einer Werbefläche für vom Veranstalter bereits bestimmten Verlage und deren Werke zu machen.
Alternativ wurde durch die Vorauswahl der „Longlist-Bestimmer“ bereits dafür gesorgt, dass nur bestimmte Werke dort auftauchen, die allein durch vorherige Nennung bereits einen Abstimmungsvorteil genießen.

Kurz gesagt: Ich finde, irgend etwas ist mächtig faul beim DPP 2017 und er hat mit dem reinen Publikumspreis, der er einmal war, nicht mehr viel zu tun.

 

Beitragsbild © unbekannt, möglicher Weise Public Domain, Fair Use

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