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  • Rezension: Ritter #1 – Wie alles begann (Spiele-Comic)

    Heute kann ich mal wieder ein echtes Juwel präsentieren. Vor einigen Tagen (knapp zwei Wochen) erreichte mich eine Email von Pegasus, die geben unter anderem die deutsche Version des BKAZ (Bestes Kartenspiel Aller Zeiten), Munchkin, heraus.
    Darin wurde ich gefragt, ob ich bereit wäre, einige Neuerscheinungen zu rezensieren. Das tat mir dann wirklich in der Seele weh, denn aus Zeitgründen musste ich mich für eine der Neuerscheinungen entscheiden. Meine Wahl fiel, als Ein-Personen-Rollenspielbuch-Veteran, auf die Spiele Comics, von denen ich zwei erhielt. Das eine dreht sich um Sherlock Holmes (Rezension folgt), das andere dreht sich um einen Bauernjungen (man hat drei zur Auswahl), der Ritter werden möchte.

     

    Ich habe meine Wahl der Neuerscheinung nicht bereut, ganz im Gegenteil! Das Spiele-Comic Ritter #1 – Wie alles begann, bietet eine wunderschöne Geschichte, die sich wirklich mit den Büchern von Joe Dever und Steve Jackson messen kann. Außerdem kommt durch die Umsetzung als sehr knuffiges Comic ein sehr schönes graphisches Element hinzu. Trotz all der Knuffigkeit der Bilder ist die Handlung der Geschichte aber wirklich 100% Fantasy-RPG, man wird nicht geschont. Ich bin dreimal zu meinen Ahnen gegangen, bevor ich es zum letzten Tag der Ritter-Queste geschafft habe. Dann hatte ich aber auch die Prüfung erfolgreich abgelegt.

     

    Hier noch das Rezensionsvideo, in dem ich noch etwas mehr sage:

     

    Ritter – Wie alles begann,hat mir einen ganz wunderbaren, abenteuerlichen Sonntag (von ca. 11:00 – irgendwann am späten Nachmittag, inklusive Kaffeepause) beschert und ich kann es jedem Rollenspieler und Comic-Fan ans Herz legen.
    Ich freue mich schon auf das andere Buch, über Sherlock Holmes, und dieses bekommt

    10/10 und noch die Ehrenmedaille


  • Rezension: Anja Bagus – Aetherresonanz

    Nachdem ich vom ersten Teil der Aetherwelt-Reihe von Anja Bagus schon sehr begeistert war, konnte ich es fast nicht erwarten, den zweiten Teil auf den Kindle zu bekommen, ich hatte schon so meine Ideen, was passieren könnte, aber es kam alles anders.
    Eines vorraus: Aetherresonanz ist wirklich der zweite Teil der Aetherwelt Serie, das merkt man. Wer Aetherhertz nicht gelesen hat, dem empfehle ich, das dringend zu tun. Aetherresonanz macht mit Vorkenntnissen aus Aetherhertz wahrscheinlich viel mehr Spaß.

    Aetherresonanz beginnt als verstimmte Liebesgeschichte. Annabelle und Paul haben so ihre Probleme, die durch einen Besucher aus Russland nur noch verstärkt werden. Dann erhält Annabelle einen Brief von einem Freund ihres verschollenen Vaters, dem wohlhabenden Industriellen Bader, verbunden mit einer Einladung, und beschließt, sich einen Tapetenwechsel zu gönnen und reist mit ihrer besten Freundin Johanna und ihrem „Leibwächter“ Otto zur Familie Bader. Die Reise zur Baderschen Villa ist schon mit Omen gespickt, die Landschaft wird zum Rhein hin immer düsterer und der Park der Villa, in dem Annabelle früher als Kind hin und wieder gespielt hat, gleicht eher dem Innenhof einer Ruine oder einem Friedhof.

    Und von da an sollte man sich als Leser wirklich anschnallen.

    Annabelle wird während ihres Besuches in der klaustrophoben Villa Bader zuerst in seltsame Vorfälle verwickelt die sich aus der Familiengeschichte der Baders und der Tatsache, dass Bader Senior sein Geld mit einer Aetherraffinerie macht, verwickelt. Ich muss Anja gratulieren, die Atmosphäre in der Bader Villa und v.a. die Charakterisierung von Vater und Sohn Bader ist so genial bizarr und beunruhigend, dass es eine wahre Freude ist. Da fühlt man sich fast wie in Innsmouth. Insgesamt ist Aetherresonanz ohnehin wesentlich düsterer, als es Aetherhertz war. Die Familie Bader hat nicht nur einige Leichen im Keller, sondern einen ganzen Albtraum, passt aber alles.

    Während Annabelle im Hause Bader weilt, sich um den kränkelnden Bader senior kümmert und sich den Annährungsversuchen des ausgesprochen unheimlichen und recht unangenehmen Valentin Bader erwehren muss, gehen Paul und Friedrich Falkenberg auf Bitten der Polizei nach Amtshilfe eine mysteriösen Mordserie nach, der die speziellen Ressourcen des Amts für Aetherangelegenheiten benötigt, und zwar in Form von Erich Hartwig, einen im Adlerhorst wohnenden Wolfsmann, genauer gesagt, dem Alphamännchen des dortigen Wolfsmenschenrudels.

    Die Aetherwelt gewinnt durch Aetherresonanz weiter an Substanz und wird immer echter und fassbarer, kleine Details und größere Rahmenereigniss fügen sich, ebenso wie Bezüge zum ersten Teil, zu einem großen, in sich schlüssigen Ganzen zusammen, die es dem Leser sehr einfach machen, in die Handlung einzutauchen. Tauchen spielt übrigens im Verlauf der Handlung auch eine wichtige Rolle, aber ich will nicht zu viel verraten.

    Anja spinnt auch zunehmend mehr Magie und Mythologie in die Geschichte und den Hintergrund der Aetherwelt, sodass die Grenze zwischen Steampunk und Steamphantasie zunehmend verwischt wird, aber es ist nicht alles Fantasy, es geht auch um eine ganze Menge Technik, gerade beim wirklich aktionsgeladenen, nervenaufreibenden Showdown, bei dem einige Dinge dann doch wieder ganz anders sind, als es der Leser erwartet. Anja gelingen hier auch wieder genau die überraschenden Wendungen, die mir schon bei Aetherhertz so gefallen haben.

    Aetherresonanz hat natürlich ein Happy End, aber das ist nicht alles. Einige Fragen bleiben unbeantwortet, andere drängen sich auf, und am Grund des Rheins lauert ein technischer Schrecken und ein Antagonist aus einer zentralen deutschen Sage.

    Ich will Teil 3 lieber früher als später! Anjas Aethrwelt entwickelt sich für mich zum deutschen Pendant zu Lavie Tidhars Bookman: Das Ewige Empire-Universum.

     

    10 von 10 Zeppelinen undEditor's Pick

     

    Und für alle, die den ersten Teil nicht gelesen habe, holt ihn euch hier: Aetherhertz: Ein Annabelle Rosenherz Roman: 1 (Aetherwelt)