• Category Archives Subkultur
  • Cave Con 2010

    In zwei Wochen ist es wieder soweit, einer der traditionsreichsten Rollenspiel-Cons Bayerns, wenn nicht sogar Deutschlands findet ein weiteres mal statt. Ich werde mich natürlich in Schale werfen und zumindest in leichter Steampunkausrüstung aufschlagen.
    Mehr ist aber wirklich nicht drin. Meine Frau und ich reisen mit leichtem Gepäck nach Aschaffenburg, in der 1. Klasse. Man muss ja wenigstens so tun, als sein man mit dem Orient Express während des „Golden Age of Travelling“ unterwegs.
    Ich für meinen Teil werde auf dem Cave Con eine Steampunk Runde und wahrscheinlich auch mal wieder eine Cthulhu Runde leiten, da freue ich mich ja jetzt schon drauf. Außerdem habe ich meine Replika Infanteriestiefel (1914) neu besohlen lassen, die genagelten Sohlen waren zwar sehr authentisch, für den Straßen- und Parkettgebrauch aber ungeeignet.

    Mal sehen, wie ich mich dann tasächlich letzten Endes kleiden werde, die 1930 Motoradbrille kommt auf jeden Fall mit, meine Pfeife ebenso. Ich hoffe auch, eine Reihe Bilder machen zu können, die ich dann mit meiner Leserschaft teilen werde.

    Und jetzt noch was nettes zum Abschluss:

    Uhrwerks-Vogelscheuche
    Uhrwerks-Vogelscheuche

  • Steampunk Kunstwerke von Winneganfake

    Darf ich die geneigte Leserschaft auf die hervorragenden Kunstwerke des Herrn Winneganfake hinweisen? Er hat eine ganze Reihe vorzüglicher, Steampunk-orientierter Ojekte geschaffen, die es bei Deviant Art zu bestaunen gibt. Hier eine kleine Auswahl:


    Gear-eye mask by =Winneganfake

    sowie jenes außergewöhnliche Accessoir:


    Tempus Frangit II: Bracer by =Winneganfake

    Eine genauere Betrachtung der übrigen Exponate in seiner Gallerie lohnt sich! Also, klickt mal vorbei und schaut sie euch an.


  • Nochmal zum Thema Deutsche Steampunks

    Die Thematik Deutsche Steampunks habe ich ja schon eingangs erwähnt, aus gegebenem Anlass hier aber noch mal was:

    Auf Clockworker gibt’s gerade eine kleine Diskussion darüber, weshalb relativ wenige deutsche Steampunks eigentlich auch eine deutsche Steampunk Persona haben.

    Es ist mal wieder wahrscheinlich die Angst der Deutschen vor der eigenen Vergangenheit, die hier reinspielt. Man darf keinen Deutschen der Vergangenheit darstellen, selbst wenn diese fiktiv ist, sonst könnte man ja für einen Nazi gehalten werden. Hey! Um nochmal darauf hin zu weisen: Die „historische“ Steampunk-Periode ist ziemlich genau vor dem Ersten Weltkrieg!

    Man kann also getrost auch als deutscher Steampunk einen deutschen Charakter darstellen. Ich denke sowieso, dass die meisten andern Völker dieses Planeten eine wesentlich unverkrampftere Einstellung zu unserer Vergangenheit haben, als wir selbst.

    Ich habe selbst einmal während meiner Zeit in England auf einem Re-Enactment Treffen einen Briten kennengelernt, der mit seinen Kumpels eine Einheit der Waffen-SS gespielt hat. Knüllerdetail: Der Mann war Jude. Ja, ist irgendwie ein Bisschen seltsam, aber wahr.

    Also: Seit nicht so verkrampft, deutsche Steampunks, der Rest der Welt ist es bei dem leidgen Thema auch nicht.


  • Eine deutsche Perspektive für Steampunks

    Sieht man sich die Steampunk-Landschaft (ich liebe zusammengesetzte Neologismen) an, stellt man fest, dass die Mehrzahl der Steampunks ihre Inspiration aus einem der folgenden Bereiche nehmen:

    Ich finde es durchaus schade, dass diese Auswahl auch auf deutsche Steampunks zutrifft. Dabei bietet die deutsche Geschichte zwischen 1840 und1914 genug Material um jeden Steampunk glücklich zu machen:

    1. Die Industrielle Revolution in Deutschland (primär Preußen)
    2. Der Vormärz
    3. Der Preußisch-Österreichische Krieg
    4. ZEPPELINE
    5. Massiver Ausbau der Eisenbahn
    6. Genug bekannte Wissenschaftler, Unternehmer  und Erfinder (Röntgen, Siemens, Krupp) für jede Geschichte. Wenn man die Fakten hier steamed, kommt eine ganze Menge bei raus.
    7. Ferdinand von Zeppelin
    8. Die deutschen Staaten und später das Deutsche Reich war mit dem größten teil der Welt, inklusive Großbritannien, dem Russischen Reich und den USA, befreundet
    9. Neu Schwanstein und andere romantische Elemente

    Also, der „historische“ Steampunk-Zeitraum bietet genug, auf dem man aufbauen kann, wenn man eine Gründerzeit-Perspektive wählt (so wie ich das getan habe).

    Das Deutsche Reich war damals noch nicht der Weltbösewicht, für das es später (besonders in Pulp-und Dieselpunk-Settings) genutzt wurde und wird.

    So, und zum Abschluss wieder ein nettes Zeppelin-Photo:

    Ein Zeppelin in Arabien (?)


  • Wie gut, dass es das Ætherweb gibt

    Als Steampunk ist man ja bekanntlich Teil einer Subkultur innerhalb einer Subkultur. Alle Steampunks die ich kenne, kommen ursprünglich aus verwandten Subkulturen wie Metalheads, Gothics, Reenactern, Mittelalter-Fans (die nennen sich selbst bestimmt anders), mindestens ein BDSMler ist auch dabe und es finden sich natürlich jede Menge Rollenspieler. Dies ist allerdings nicht weiter verwunderlich, da sich ja in den genannten Subkulturen jede Menge Rollenspieler tummeln.

    Näheres zum Thema Rollenspieler in diesen Subkulturen gibt’s übrigens bei: Rauchfuß: Der Cthulhu Mythos 70 Jahre nach Lovecrafts Tod. Aber dies nur am Rande bemerkt, ich schweife ohnehin ab.

    Wie gesagt, Steampunks sind ein Subset anderer Subkulturen, unsere Zahl ist also begrenzt. Umso erfreulicher ist es, dass wir uns dank des Ætherwebs (des Internets) sehr schnell online treffen und dann auch mal Zusammenrottungen in der wirklichen Welt planen und durchführen können. Der münchner Stammtisch wurde ja zunächst auch auf Clockworker geplant.

    Viel wichtiger ist aber die wirklich globale Vernetzung, die das Ætherweb bietet. Ich stehe dadurch persönlich in regelmäßigem Kontakt mit Steampunks in Belgien und den Niederlanden, den USA, Großbritannien und Kanada, Australien, Polen und sogar Argentinien (von den deutschen mal ganz abgesehen).

    Was mich hier ein wenig wundert: Franzosen sind dort, wo ich mich online rumtreibe extrem unterrepräsentiert. Ich glaube, ich habe bisher einen Franzosen auf Brassgoggles getroffen. Sehr seltsam, gerade die französische Belle Epoque so viel Steampunk-Elemente zu bieten hat, man denke nur an den Eifelturm.

    Jedenfalls bietet das Ætherweb ganz hervorragende Möglichkeiten der Kommunikation und Organisation für Steampunks. Gerdae jetzt wird auf dem Brassgoggles Forum ein Gift-Exchange Program für Googlemass und Air Kraken Day organisiert. Vor 20 Jahren hätte man das alles noch per Telefon oder Brief machen müssen. Wie gut, dass es das Ætherweb gibt. Es hilft, alle Steampunks dieser Welt zu vereinigen.

    Und jetzt noch was für’s Auge, das ich auf einem anderen Blog gefunden habe:

    Steampunk Lincoln Android


  • Geographische Verteilung – Eine Beobachtung

    Wie mit leider einer ganzen Menge anderer Subkulturen in Deutschland (Goth, Metal, Gamer um nur drei mir bekanntere zu nennen) ist es auch bei Steampunk so, dass sich der Großteil der Szeneaktivitäten nördlich und nordöstlich der Mainlinie abspielen. Wenn ich mir die Aktivitäten auf den Boards, in Communities usw. ansehe, wird dieses Bild bestätigt. Der Großteil der Steampunks in Deutschland scheint sich in NRW und im Großraum Berlin zu klumpen. Selbst wenn man in Betracht zieht, dass NRW das bevölkerungsstärkste Bundesland ist, besteht eine Überrepräsentierung. Ich gehe mal davon aus, dass auf vier Steampunks aus NRW nur einer aus Bayern kommt und so groß sind die Bevölkerungsunterschiede nicht.

    Umso erfreuter war ich natürlich, als wir unseren ersten Münchner Steampunk Stammtisch hatten. Es waren vier Leute, die fest zugesagt hatten, ich habe mal vorsichtshalber eine Tisch für sechs Personen reseviert und acht wahren dann schließlich zugegen. EIn wirklich großer Erfolg, zumal Matthias, der Kopf hinter Steampunk-Welten.de keine Zeit hatte, er wurde nämlich vermisst, Süddeutschland hat also Potential.

    Nachdem meine Frau und ich jetzt in absehbarer Zeit nach Augsburg umsiedeln werden, hoffe ich, da vielleicht auch auf ein paar Æthernauten zu stoßen, mit denen man was aufziehen kann. Falls es da niemanden gibt, ist es ja auch nicht weit bis München.

    Warum finden sich eigentlich nict mehr Veranstaltungen in Süddeutschland? Sind wir einfach zu faul, was auf die Beine zu stellen?

    Egal. Zum Abschluss gibt’s wieder ein Zeppelin Bild:

    Kaiserlicher Zeppelin