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  • Rezension – Die Verlorene Puppe

    Nach Die Zerbrochene Puppe und der Anthologie Eis und Dampf kommt mit Die Verlorene Puppe das dritte Werk des Autorenehepaares Judith und Christian Vogt, das im Eis und Dampf Universum angesiedelt ist.
    Ich habe mich schon lange auf das Buch gefreut (siehe auch das Podcast Interview mit Judith Vogt und Mia Steingräber weiter unten) und wurde nicht enttäuscht.
    Bevor ich aber darauf eingehe, was ich an Die Verlorene Puppe gut fand, erst mal die zwei Dinge, die mir nicht gefallen haben (das eine davon zunächst):

    • Ich fand den Ich-Erzähler einfach unsympathisch und nervig
    • Dass das ganze in einem Luftschiff-Zirkus startet, hat mir den Einstieg erschwert. Das mit dem Zirkus erübrigt sich im Laufe der Handlung auf mehr als eine Weise, aber da ich Zirkussen noch nie etwas abgewinnen konnte und ich den Zirkus Apocalástico sehr irritierend fand, war der Einstieg in die Geschichte leider etwas zäh und holprig.

    Aber jetzt zu den Dingen, die mir gefallen haben, und die überwiegen bei weitem:

    Puppe_Cover2

     

    Die Verlorene Puppe bietet eine ganze Menge, was die geneigte Leserschaft bei Laune hält, unabhängig davon, ob sie Steampunkfans sind oder nicht:

    • Die Geschichte ist fesselnd und es passiert wirklich ständig etwas. Es wird nie langweilig.
    • Die Welt, die bereits durch Die Zerbrochene Puppe und Eis und Dampf entworfen wurde, wird weiter ausgebaut und zwar von einem massiven Zuwachs der Geographie bis hin zu verschiedenen faszinierenden Details was die bereits bekannten Länder und deren Kultur und Technik angeht.
    • Alle Charaktere, denen man begegnet sind glaubhaft und einfach sehr menschlich (obwohl sie genau das vielleicht gerade nicht sind, aber ich werde hier nichts verraten).
    • Es werden Kulturen vorgestellt, die es bisher in noch kein einziges Steampunk-Buch geschafft haben, soviel ich weiß. Damit hat Die Verlorene Puppe wirklich etwas einmaliges. (Besonders gelungen fand ich ja [Achtung! Insiderwitz!] wie die Azteken ihre Nordgrenze sichern!)
    • Die andere Geschichte, die über Logbucheinträge zu Beginn jedes Kapitels erzählt wird, führt nochmal zu mehr Spannung und hat mich zu Spekulationen über den Verlauf der Handlung gebracht, die komplett falsch lagen.
    • Nichts ist so wie es zunächst scheint. So viele Geheimnisse, Wendungen und Überraschungen, man kommt aus dem Staunen kaum heraus und fragt sich, was für Gedankengänge die Autoren hatten (und ob sie ein Whiteboard mit den Handlungssträngen zuhause haben).

    Also, eine fesselnde Geschichte vor einem faszinierenden Hintergrund, unerwartete Wendungen und jede Menge Geographie, die es zu Entdecken gilt.

    Ich kann Die Verlorene Puppe Steampunks und Weltenentdeckern aller Art nur wärmsten ans Herz legen.

    Sieben von Zehn Stufenpyramiden (währen mehr geworden, wenn ich mich am Anfang nicht so schwer getan hätte)

     

    Ach ja, eines noch: Ich dachte mir von Anfang an, dass da etwas mit dem Mammut nicht stimmen konnte, da wurde ich am Ende also gar nicht überrascht.

    Die Verlorene Puppe gibt es hier beim Uhrwerk Verlag.


  • To Sail the Sky – Vom Feinsten!

    Als ich heute Morgen in meine Ætherbox schaute, hatte ich da eine Nachricht von Herrn Jack Moik, der mich auf sein jüngstes Kunstwerk hinwies, dieses hier:

    To Sail the Sky © Jack Moik (a.k.a Jacklionheart

     

    Ich bin begeistert und sprachlos. Eine attraktive Dame an der Reling eines Schiffes und ein Zeppelin ist auch noch mit im Bild! Blick und Gesichtsausdruck der Dame sind sehr interessant. Ist das der Beginn einer Affäre oder sagt dieser Blick „Du hast mich hier nicht erwartet, nicht wahr?“ oder steckt da etwas ganz anderes dahinter. In jedem Falle ist dieses Bild der Anfang (oder das Ende?) eines Abenteuers. Und wo ich gerade bei Abenteuern bin:

     

    Ich wünsche allen meinen Lesern ein hervorragendes, spannendes 2013 mit Happy End!

     


  • Iron Sky – Seht euch den Film an!

    Iron Sky ist wahrscheinlich einer der meisterwartesten Filme des Jahres 2012. Manche von uns warten schon seit Jahren darauf, ich auch. Das warten hat sich gelohnt. Ein phantastischer Film!

    Mond Nazi Sturmtruppen

    Wo soll ich anfangen? Der Hintergrund allein ist schon Garant für einen außergewöhnlichen Film. Nazis, die 1945 auf den Mond geflüchtet sind und von dort aus die Erde zurückerobern wollen. Nachdem sie einen afro-amerikanischen Astronauten gefangen nehmen, sind sie der Überzeugung, eine Invasion von der Erde stehe kurz bevor. Der Chefwissenschaftler Doktor Richter (Thilo Prückner) findet heraus, dass das Mobiltelefon von James Washington der Schüssel zur Vollendung der Wunderwaffe ist, an der die Mondnazis seit 1945 bauen. Bevor diese aber starten kann, geht dem Handy der Strom aus.
    Daraufhin wird eine Spezialmission unternommen, um mehr Mobiltelefone zu beschaffen und von da an nimmt das Unheil seinen Lauf.
    So, mehr wird über den Plot von Iron Sky nicht verraten, sonst verderbe ich noch jemandem den Spaß am Ansehen. Ich kümmere mich lieber mal um die Fakten.
    Iron Sky wurde mit dem vergleichsweise minimalen Budget von Fünfmillionen Euro umgesetzt. Man sieht es dem Film nicht an. Das finnische CGI/Special Effects Team hat ganz phantastische Arbeit geleistet.
    Weiter geht es mit der Besetzung: Mein Kompliment an die Casting-Crew. Julia Dietze und Otto Götz verkörpern ihre stereotypischen Nazis, arische Schönheit und kernigen Waffen-SS Offizier, ganz hervorragend. Beide könnten direkt aus einem Propagandaposter gestiegen sein. Thilo Prückner als verrückter Wissenschaftler ist ein Genuss und Christopher Kirby als James Washington bringt meiner Meinung nach die beste schauspielerische Leistung des Films.

    Die Geschichte selbst lebt von den superben Schauspielern, der irrwitzigen Handlung und den köstlichen Seitenhieben auf die gegenwärtigen politisch-wirtschaftlichen Zustände und besonders den Anspielungen auf die US Politik. In bester (oder schlimmster) Waffen-SS-Manier macht Iron Sky hier keine Gefangenen. Der Film ist eine Space-Nazi-Komödie, aber eine sehr bittere, mit bittersüßem Ende.

     

    Haunebu Reichsflugscheibe im Hangar auf dem Mond

    Iron Sky ist eine Independent-Produktion, der man das Budget nicht ansieht und die jederzeit mit einem Hollywood Blockbuster mithalten kann. Die Handlung ist wesentlich tiefer, intelligenter und durchdachter als bei den meisten erfolgreichen Hollywoodproduktionen der letzten Jahre. Natürlich ist der Hintergrund total absurd, aber vor diesem Hintergrund macht die Handlung sehr viel Sinn.
    Das letzte Highlight ist der Soundtrack, für den die slowenische Band Laibach verantwortlich ist. Die Nationalhymne der Mondnazis allein… Ein Geniestreich. Der Soundtrack fügt sich fugenlos ins Gesamtbild und komplettiert es.

    10 von 10 Zeppelinen bzw. Reichsflugscheiben für Iron Sky.

    Wenn ihr euch nur einen Film in 2012 anseht, dann sollte es dieser sein! Pflichtprogramm für alle Dieselpunks!


  • Goggles auf dem Hut ist ein Faux Pas

    Mir ist da gerade etwas zugespielt worden, das mir aus der Seele spricht. Bisweilen sieht man ja Steampunks mit Fliegerbrillen, sprich Goggles, auf den diversen Hüten.

    Da bekomme ich als Zeppelinenthusiast immer spontan Migräne. Es macht überhaupt keinen Sinn, Goggles um einen Zylinder herum zu tragen, bei einer Melone geht es ja noch, aber das sind keine Kopfbedeckungen für Luftschiffer.

    Warum? Die Leute von Tampa Steampunk können das sehr gut ausführen, und da ich faul bin, hier die Darstellung:

    Keine Goggles auf dem Hut!

    So, damit ist das der Faktenlage entsprechend geklärt, allerdings wird es dem Trend kaum ein Ende bereiten. Zumindest habe ich meine Position innerhalb dieser Facette unserer Subkultur dargestellt.


  • Die Graf Zeppelin

    Muss hier auch mal wieder meinem Ruf als Zeppelinenthusiast gerecht werden.
    Also, hier ein nettes Video mit Originalaufnahmen dieses wunderbaren Wolkemkreuzers:

     

    Das Kommentar ist Niederländisch, ich weiß. Aber es geht mir primär um die Bilder, die für sich sprechen. Außerdem lege ich Wert auf Internationalität!


  • Photo-Update zum Besuch im Ballonmuseum Gersthofen

    Das Vierte Treffen der Bairischen Gentlemen führte uns ins Ballonmuseum Gersthofen, wie bereits erwähnt. Hier nun ein paar Impressionen. Ich hoffe, dass ich zum einen oder anderen Bild die Zeit finden werde, noch ein paar erläuternde Worte zu sagen. Aber da ja ein Bild bekanntlich mehr sagt als tausend Worte, gibt es jetzt erst mal Bilder.

    Jetzt hoffe ich natürlich, dass es nicht die falschen Worte sind, die meine Bilder sagen. Hängt ja auch sehr vom Betachter ab. Das beste Beispiel hierfür ist sicher moderne Kunst.

    Also, die Photostrecke:

    Waren jetzt doch etwas mehr Bilder, als ich gedacht habe. Aber sehr fein, was für’s Auge.

    Bleibt zu hoffen, dass ich es tatsächlich noch schaffe, einige Bilder zu erläutern. Vor allem Herr von Parseval und seine bayrischen Luftschiffe verdienen eine gesonderte Erwähnung.


  • Ein Glücksfund

    Ach ja, schon hat sich der Umzug von München nach Augsburg gelohnt. Ich bin heute nach den Einkäufen ein wenig durch die mittelalterliche Innenstadt geschlendert (das ist auch etwas, das Augsburg Müncen voraus hat) und komme an einem Geschäft vorbei, das u.a. auch Deko-Waffen verkauft.

    Und was sehe ich in der Auslage?

    mauser c96
    Mauser C96

    Zugegeben, ist „nur“ eine Dekowaffe, zu einem Kostüm passt sie alle mal, außerdem ist sie ideal für den Zeppelin Kapitän im Einsatz!

    Ich habe auf Ebay schon seit einiger Zeit nach der C96 geschaut, da werden aber nur Repliken angeboten, keine Deko-Modelle. Deswegen sind die immer etwas arg teuer. Aber: Heute hatte ich Glück.

    Meine Zeppelin-Kapitäns-Uniform wird immer vollständiger. Wie schön!

    Augsburg ist gut für Steampunks!