• Was auf die Ohren – Steampunk und Dieselpunk Musik

    Steampunk als eigenes Musikgenre ist ja jetzt nicht wirkliche exakt definiert. Die Anzahl der Gruppen und Einzelkünstler, die sich selbst das Label Steampunk geben, ist entsprechend übersichtlich.

    Eine meiner bevorzugten ist Abney Park, übrigen auch die erste Steampunk Band, auf die ich gestoßen bin:

    Zumindest im Bezug auf die Äshetik lässt sich Emilie Autumn zum Genre zählen, zumal sie sehr deutliche viktorianische Elemente in ihrem Gesamtkonzept verarbeitet:

    Vernian Process, The Deadly Nightshade Botanical Society und andere sind ebenfalls ziemlich fest im Steampunk-Genre verankert.

    Je nachdem, wen man fragt, bewegen sich Voltaire und Indica ebenfalls zumindest in Überlappungs-bereichen des Genres. Interessant wird die Angelegenheit, wenn man sich das Subgenre Dieselpunk ansieht. Die Bandbreite der Bands und Künstler reichen hier nicht nur über die Genre sondern auch durch die Zeit.

    Die klassische Dieselpunk-Periode ist die Pulp-Ära der 20er bis 50er Jahre.  Ein typischer, und von mir sehr geschätter Vertreter der Musik dieser Zeit ist Glenn Miller:

    Mit der Dieselpunk Ästhetik (mit erheblichem militaristischen Einschlag) spielt aber auch VNV Nation, die von mir auch sher geschätzt werden (außerdem ist Ronan eine ziemliche Partykanone!)

    Man sieht also, das Spektrum ist hier sehr groß. Ende dieser Woche gibt’s mehr zum Thema, am Mittwoch (17.02.2010) ist hier nämlich Emilie Autumn Konzert und ich will auch noch ein paar Worte über Katzenjammer verlieren.


  • Steampunk Literaturtipps

    Ich mag Literatur. Ich habe mein Staatsexamen in englischer Literatur mit Schwerpunkt auf African Post-Colonialist Literature gemacht, ich bin ausgesprochener Lovecraft Fan. Ich lese sehr viel. Aus diesem Grund möchte ich hier mal einige Literaturempfehlungen loswerden, für alle, die neu zu Steampunk gestoßen sind und sich mal einlesen wollen, hier eine Liste:

    Besonders empfehlen möchte ich allerdings Lavie Tidhars Bookman

    The Bookman

    Das Buch ist momentan nur auf Englisch verfügbar, aber, es lohnt sich! The Bookman ist das beste Steampunk Buch, das ich bisher gelesen habe und eines der Besten überhaupt.

    Eine ausführliche Rezension gibt es hier (auf Englisch) im „Mutterblog“ dieses Blogs.

    Eine Bitte noch: Wenn Ihr euch dafür interessiert, lest die Bücher und holt nicht die Hörbücher! Lesen ist wesentlich mehr Steampunk als Hörbuch hören. Eine Lady oder ein Gentleman liest!


  • Sherlock Holmes der Film

    Nach der Sherlock Holmes Lesung am Donnerstag wahren wir gestern in der Sherlock Holmes Verfilmung von Guy Ritchie. Ich fand den Film sehr unterhaltsam, wenn auch ein wenig überladen mit Action-Szenen.

    Besonders schön waren auch die Bilder und die Atmosphäre im Film insgesamt. Alles wahr sehr schön stimmig viktorianisch, einschließlich der Ganoven, Halunken und Halsabschneider in ihren speckigen Anzügen.
    Hier stach besonders der französische Hüne heraus. Ich war ja ganz froh, dass kein klischeehafter deutscher Bösewicht verwendet wurde… Die Musik ist auch sehr passend und immer der Situation angemessen, Szenen und Musik harmonieren sehr gut. Dies ist mir vor allem beim Boxkampf zwischen Sherlock Holmes und einem nicht näher genannten irischen Boxer aufgefallen. Während des Kampfes spielt ein lustiges Liedchen der Pogues (übrigens eine meiner bevorzugten Bands).

    Auch die Interaktion zwischen den Akteuren ist ausgesprochen komplex und glaubwürdig. Auch die zu Holmes und Watson gehörigen Damen sind mehr als nur Anhängsel.  Irene Adler, seltsamer Weise eine ehemalige Liebschaft Holmes‘ innerhalb des Hintergrunds, ist zuwilen schlauer als Holmes und Mary Morstan hat ein ziemliches Temperament und bildet ein Gegengewicht zum sehr beherrschten Dr. Watson.

    Wie erwähnt, es ist ein wenig zu viel Action im Film und Holmes neigt außerdem etwas zu sehr zu Gewalt. Im Film besitzt er außerdem einige manische Charakterzüge, die man aus der literarischen Vorlage nicht kennt. Zeitweise erscheint er wie besessen.

    Der herausstechende Charakter des Films ist allerdings weder Holmes, Watson, Adler oder Morstan, sondern vielmehr Lord Blackwood. Mark Strong spielt den Bösewicht sehr glaubwürdig und intensiv. Sein erscheinen auf der Leinwand dominiert jede Szene.

    Resümee:
    Sherlcok Holmes ist sehenswert, wenn man einen Actionfilm mit Humor vor viktorianischen Hintergrund sehen will. Für Fans der literischen Vorlage ist er allerdings nicht zu empfehlen, da er sich zu viele Freiheiten nimmt und die Atmosphäre des Films nicht der der Romane entspricht.

    Ich für meinen Teil fand den Film sehr unterhaltsam, wenngleich die Handlung etwas überfrachtet war.
    Man hätte für die erste große Holmes-Verfilmung vielleicht auch einen kleineren Plot als eine Empire-bedrohende okkulte Verschwörung nehmen sollen, auf der anderen Seite, wer weiß, was der nächste Film bringt, denn:

    Das Ende schreit nach einer Fortsetzung.


  • Sherlock Holmes Lesung

    So, wir  waren gestern auf einer kleinen, sehr feinen Lesung von „Sherlock Holmes und der Blaue Karfunkel“ im NIEDERLASSUNG in der Buttermelcher Straße 6 in München. Sehr fein, wirklich sehr fein. Der Laden war gesteckt voll, es gab superdelikaten Schokoladenkuchen und nette Begleitung hatten wir (meine Frau und ich) auch dabei. Die Idee hatte sowieso Anja, die uns über Facebook auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht hat. War zwar etwas kurzfristig, die Lesung war gestern Abend, die Einladung kam gestern Nachmittag, aber es hat ja trotzdem geklappt.

    Sherlock Holmes macht ja durch den Film jetzt gerade einen ziemlichen Hype durch, was ich aber alles andere als Schlecht finde. Mehr Steampunk-Victoriana-Flair für die Massen!

    Gelesen wurde von Deef Pirmasens:

    Deef Pirmasens liest Sherlock Holmes

    Sehr angenehme Stimme, der Herr Pirmasens. Außerdem hat jeder Akteur der Geschichte seine eigene Stimme bekommen, was der Lesung noch mehr Tiefe gab.

    Musikalische Begleitung, sehr stimmige musikalische Begleitung, wurde geliefert von Sascha Biebergeil:

    Sascha Biebergeil, musikalische Begleitung

    Das hat auch sehr schön dazu gepasst und die atmosphäre sehr gemütlich gemacht. EIne ganz hervorragende Gesamtkomposition meine Herren! Großes Lob und vielen Dank!

    Ja, der Steampunk von Welt sollte sich und tut sich hin und wieder eine passende kulturelle Veranstaltung gönnen. Es ist ja nicht so, als seien wir ein ungebildeter Haufen von Rüpeln, oder wie es so schön im Englischen heisst, Ruffians.

    Also nochmal kurz zusammengefasst war das gestern ein sehr schöner, gelungener literarischer Abend. Solche Veranstaltungen macht das NIEDERLASSUNG öfter, das merke ich mir mal vor.


  • Eine deutsche Perspektive für Steampunks

    Sieht man sich die Steampunk-Landschaft (ich liebe zusammengesetzte Neologismen) an, stellt man fest, dass die Mehrzahl der Steampunks ihre Inspiration aus einem der folgenden Bereiche nehmen:

    Ich finde es durchaus schade, dass diese Auswahl auch auf deutsche Steampunks zutrifft. Dabei bietet die deutsche Geschichte zwischen 1840 und1914 genug Material um jeden Steampunk glücklich zu machen:

    1. Die Industrielle Revolution in Deutschland (primär Preußen)
    2. Der Vormärz
    3. Der Preußisch-Österreichische Krieg
    4. ZEPPELINE
    5. Massiver Ausbau der Eisenbahn
    6. Genug bekannte Wissenschaftler, Unternehmer  und Erfinder (Röntgen, Siemens, Krupp) für jede Geschichte. Wenn man die Fakten hier steamed, kommt eine ganze Menge bei raus.
    7. Ferdinand von Zeppelin
    8. Die deutschen Staaten und später das Deutsche Reich war mit dem größten teil der Welt, inklusive Großbritannien, dem Russischen Reich und den USA, befreundet
    9. Neu Schwanstein und andere romantische Elemente

    Also, der „historische“ Steampunk-Zeitraum bietet genug, auf dem man aufbauen kann, wenn man eine Gründerzeit-Perspektive wählt (so wie ich das getan habe).

    Das Deutsche Reich war damals noch nicht der Weltbösewicht, für das es später (besonders in Pulp-und Dieselpunk-Settings) genutzt wurde und wird.

    So, und zum Abschluss wieder ein nettes Zeppelin-Photo:

    Ein Zeppelin in Arabien (?)


  • Brieftauben zur Luftaufklärung

    Ich bin immer wieder erstaunt, auf was für Gedanken manche Vordenker schon in relativ früher Zeit gekommen ist. Mitten in der Belle Epoque ist doch tatsächlich ein deutscher Apotheker auf die Idee gekommen, Mini-Kameras (ein wirkliches Wunderwerk der damaligen Technik) Brieftauben um die Brust zu schnallen und so Luftaufnahmen zu bekommen. Eine Zeit lang hatte das Militär auch Interesse, sogar zweimal, wenn auch nur jeweils relativ kurze Zeit. Näheres im Wiki-Artikel, von dem ich hoffe, dass er faktsich korrekt ist…


  • Riese The Series, Kapitel Zwei

    Ich habe ja schon auf Dailysteampunk des öfteren über Riese the Series geschwärmt und tue das nun auch hier. Erstmal, Riese ist die beste Steampunk-bezogene Serie, die das Ætherweb zu bieten hat, es gibt da noch ein paar andere, die ich aber bei weitem nicht so gut finde. Eine ist meiner Meinung nach einfach nur seltsam, was daran liegt, dass sie als Tanztheater aufgezogen ist und das ist nicht mein Geschmack.

    riese hingegen ist prä-apokalyptisch mit einer Welt am Abgrund, schön düstert aber nicht zu düster und bietet eine ganze Reihe weiterer Facetten, die mich sehr faszinieren. Dazu gehören auch multiple Elemente aus der Edda.

    Die gesammte Serie gibt’s hier auf der Homepage von Riese the Series und hier ist die neueste Folge: