• Tag Archives Anja Bagus
  • Non-Euclidean Æthercast – Doppellesung in der Aetherwelt

    Meine Herren, schon wieder ein Podcast und schon wieder eine Lesung. Ja, ich war schon wieder unterwegs und habe einer weiteren Steampunk-Lesung gelauscht. Diesmal bei Tanja Schierding und Anja Bagus sowie deren Gästen.

    Beide Lesungen spielen in der Aetherwelt, also der Alternativ-Erde in der die Romane von Anja Bagus angesiedelt sind.

    Wir hatten alle jede Menge Spaß bei der Lesung und ich hoffe, euch macht die Podcast auch Spaß.

     

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  • Steampunkroman Release Party am 24.10.2015 in Essen

    Dringende Meldung!

    Samstag in einer Woche, also am 24.10. stellt Anja Bagus, führende Mitarbeiterin des Amts für Aetherangelegenheiten und Autorin Extraordinaire ihre neuestes Werk Rheingold vor und sie kommt nicht allein! Tanja Schierding, ebenfalls Teil des Führungsstabes des Amts und Autorin Extraordinaire kommt mit ihrem Debut Aetheragenten!

    Damit ist der Reigen der Persönlichkeitenm, die mit von der Partie sind aber noch nicht zu Ende, wie man dieser offiziellen Bekanntmachung entnehmen kann:

     

    Festlichkeit

     

    Also, Steampunks und Fans der fantastische Literatur im Allgemeinen, auf nach Essen!

     


  • Aethersymphonie von Anja Bagus ist seit heute draußen!

    Der dritte Teil von Anja Bagus Aetherwelt-Reihe Aethersymphonie wurde gerade veröffentlicht, ist also brandheiß. Ich selbst bin noch nicht ganz durch (habe eine Vorabversion bekommen) deshalb kann ich heute auch keine Rezension anbieten, nur eine kurze Zusammenfassung (genauer gesagt, den Klappentext):

    Aethersymphonie_Cover

    Æther gestaltet die Welt neu. Täglich werden Entdeckungen und Erfindungen gemacht, die das Leben, die Technik, Tiere und Menschen verändern. Heute noch Luftschiffkapitän, morgen schon ein Monstrum mit Fell und Krallen, Flügeln und Schnabel. Niemand weiß, ob er am nächsten Tag mit einer seltsamen Fähigkeit erwacht. Annabelle Rosenherz ist eine solche Veränderte. Mit ihrer grünen Hand kann sie heilen und töten. Während die Welt sich langsam an die neuen Gegebenheiten gewöhnt, vermisst sie immer noch schmerzhaft ihren Vater, der nun bereits seit zwei Jahren verschwunden ist. Eine Spur führt nach Prag. Annabelle lädt ihre Freunde zu einer Fahrt auf der »Delfin«, einem experimentellen Luftschiff, ein. Während sie sich bemühen der goldenen Stadt ihre Geheimnisse zu entlocken, werden Sucher zu Gesuchten und schließlich zu Gejagten.

    Soviel kann ich aber schon verraten: Wie seine beiden Vorgänger ist auch Aethersymphonie sehr lesenswert. Der Anfang ist etwas träge, aber sobald die Akteure in Prag angekommen sind, nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf. Also: Dringende Leseempfehlung!

     


  • Rezension: Anja Bagus – Aetherresonanz

    Nachdem ich vom ersten Teil der Aetherwelt-Reihe von Anja Bagus schon sehr begeistert war, konnte ich es fast nicht erwarten, den zweiten Teil auf den Kindle zu bekommen, ich hatte schon so meine Ideen, was passieren könnte, aber es kam alles anders.
    Eines vorraus: Aetherresonanz ist wirklich der zweite Teil der Aetherwelt Serie, das merkt man. Wer Aetherhertz nicht gelesen hat, dem empfehle ich, das dringend zu tun. Aetherresonanz macht mit Vorkenntnissen aus Aetherhertz wahrscheinlich viel mehr Spaß.

    Aetherresonanz beginnt als verstimmte Liebesgeschichte. Annabelle und Paul haben so ihre Probleme, die durch einen Besucher aus Russland nur noch verstärkt werden. Dann erhält Annabelle einen Brief von einem Freund ihres verschollenen Vaters, dem wohlhabenden Industriellen Bader, verbunden mit einer Einladung, und beschließt, sich einen Tapetenwechsel zu gönnen und reist mit ihrer besten Freundin Johanna und ihrem „Leibwächter“ Otto zur Familie Bader. Die Reise zur Baderschen Villa ist schon mit Omen gespickt, die Landschaft wird zum Rhein hin immer düsterer und der Park der Villa, in dem Annabelle früher als Kind hin und wieder gespielt hat, gleicht eher dem Innenhof einer Ruine oder einem Friedhof.

    Und von da an sollte man sich als Leser wirklich anschnallen.

    Annabelle wird während ihres Besuches in der klaustrophoben Villa Bader zuerst in seltsame Vorfälle verwickelt die sich aus der Familiengeschichte der Baders und der Tatsache, dass Bader Senior sein Geld mit einer Aetherraffinerie macht, verwickelt. Ich muss Anja gratulieren, die Atmosphäre in der Bader Villa und v.a. die Charakterisierung von Vater und Sohn Bader ist so genial bizarr und beunruhigend, dass es eine wahre Freude ist. Da fühlt man sich fast wie in Innsmouth. Insgesamt ist Aetherresonanz ohnehin wesentlich düsterer, als es Aetherhertz war. Die Familie Bader hat nicht nur einige Leichen im Keller, sondern einen ganzen Albtraum, passt aber alles.

    Während Annabelle im Hause Bader weilt, sich um den kränkelnden Bader senior kümmert und sich den Annährungsversuchen des ausgesprochen unheimlichen und recht unangenehmen Valentin Bader erwehren muss, gehen Paul und Friedrich Falkenberg auf Bitten der Polizei nach Amtshilfe eine mysteriösen Mordserie nach, der die speziellen Ressourcen des Amts für Aetherangelegenheiten benötigt, und zwar in Form von Erich Hartwig, einen im Adlerhorst wohnenden Wolfsmann, genauer gesagt, dem Alphamännchen des dortigen Wolfsmenschenrudels.

    Die Aetherwelt gewinnt durch Aetherresonanz weiter an Substanz und wird immer echter und fassbarer, kleine Details und größere Rahmenereigniss fügen sich, ebenso wie Bezüge zum ersten Teil, zu einem großen, in sich schlüssigen Ganzen zusammen, die es dem Leser sehr einfach machen, in die Handlung einzutauchen. Tauchen spielt übrigens im Verlauf der Handlung auch eine wichtige Rolle, aber ich will nicht zu viel verraten.

    Anja spinnt auch zunehmend mehr Magie und Mythologie in die Geschichte und den Hintergrund der Aetherwelt, sodass die Grenze zwischen Steampunk und Steamphantasie zunehmend verwischt wird, aber es ist nicht alles Fantasy, es geht auch um eine ganze Menge Technik, gerade beim wirklich aktionsgeladenen, nervenaufreibenden Showdown, bei dem einige Dinge dann doch wieder ganz anders sind, als es der Leser erwartet. Anja gelingen hier auch wieder genau die überraschenden Wendungen, die mir schon bei Aetherhertz so gefallen haben.

    Aetherresonanz hat natürlich ein Happy End, aber das ist nicht alles. Einige Fragen bleiben unbeantwortet, andere drängen sich auf, und am Grund des Rheins lauert ein technischer Schrecken und ein Antagonist aus einer zentralen deutschen Sage.

    Ich will Teil 3 lieber früher als später! Anjas Aethrwelt entwickelt sich für mich zum deutschen Pendant zu Lavie Tidhars Bookman: Das Ewige Empire-Universum.

     

    10 von 10 Zeppelinen undEditor's Pick

     

    Und für alle, die den ersten Teil nicht gelesen habe, holt ihn euch hier: Aetherhertz: Ein Annabelle Rosenherz Roman: 1 (Aetherwelt)

     


  • Rezension: Anja Bagus – Aetherhertz

    Jetzt habe ich es tatsächlich geschafft, einen kompletten original deutschen Steampunkroman zu Ende zu lesen. Bisher waren es nur Anthologien, da kommen auch noch Rezensionen, fragt sich nur, wann ich die schaffe. Ich schweife ab…

    Zu Aetherhertz kam ich eher zufällig, mit der Autorin, Anja Bagus, hatte ich aus anderen Gründen einen Emailwechsel und mitten in der Konversation kam dann die Frage, ob ich ihren gerade fertiggestellten Roman lesen würde, quasi als Beta-Leser und Rezensent vor Veröffentlichung. Zum Glück habe ich zugestimmt, denn ich fand folgendes:

    Aetherhertz von Anja Bagus (Covermotiv)

    Aetherhertz beginnt mit einer Verschwörung, die Geburt eines Kindes wird vertuscht, und ich war der Meinung, dass die hier beteiligtenVerschwörer die Hauptbösewichter seien. Ich lag falsch. In Aetherhertz sind so einige Dinge nicht so, wie sie zu sein scheinen, was ein Faktor ist, der das Buch sehr spannend macht.

    Ein weiterer Vorzug von Anja Bagus‘ Erstlingswerk ist die Tiefe und der Detailreichtum des Settings. Aetherhertz spielt in einem alternativen Baden-Baden zu Anfang des 20. Jahrhunderts, 1910, um genau zu sein. Gesellschaftsstruktur, Manieren, soziale Normen entsprechen sehr exakt denen, die im Wilhelminischen Deutschland an der Tagesordnung waren, und die Charakterisierung der Akteure und der Stadt und ihrer Einwohner ist an liebevoller Detailtreue kaum zu überbieten.

    Aber es ist natürlich nicht alles so wie im historischen Baden-Baden:

    Vor ca. 20-30 Jahren haben die Flüsse und Seen der Welt angefangen, Äther abzugeben, als Nebel, und die Menschen, die mit ihm in Kontakt kommen, verändern sich auf unterschiedliche Weise, je nachdem, mit was für Äther und über welchen Zeitraum sie damit in Kontakt kommen.

    Viele Menschen fürchten sich vor dem Äther und dem, was er aus den Menschen macht. Veränderte, „Verdorbene“, werden gemieden und oft auch weggesperrt. Das ist wiederum ein Punkt, der die Handlung voran treibt und mich ein paar mal sehr zornig gemacht hat.

    Andererseits hat de Äther einige ganz erstaunliche wissenschaftliche und technische Fortschritte ermöglicht, die sich allmählich im täglichen Leben bemerkbar machen.

    Die Handlung selbst dreht sich um Fräulein Annabelle Rosenherz, einzige Tochter eines verschollenen Wissenschaftlers und selbst an der Wissenschaft interessiert, was für eine höhere Tochter ziemlich unschicklich ist. Ihr Interesse zieht sie in die Geschehnisse um die eingangs erwähnte Verschwörung, was ihre Situation nicht verbessert. Erschwerend kommt hinzu, dass ihr ein Anwalt im Nacken sitzt, der gerne ihr Erbe verwalten würde, bis sie volljährig und/oder verheiratet ist (am besten mit seinem bevorzugten Sohn). Sie selbst hat obendrein ein Geheimnis zu wahren und beide Söhne des Anwalts machen ihr den Hof. Der eine ist Offizier einer besonderen Polizeieinheit, die Äthertechnologie verwendet, der andere ist Kunsthistoriker und begabter Erfinder. Alle drei, und zu einem geringeren Teil Annabelle’s Patenonkel und ihre beste Freundin, kommen mit der Baden-Badener Unterwelt in Konflikt und einer ganz anderen Verschwörung auf die Spur, mit der keiner (und auch nicht der Leser) gerechnet hatte.

    Der Plot ist dynamisch, sehr fesselnd und neben einer ganze Menge Spannung und hervorragenden (und auch augenzwinkernd etwas klischeehaften) Charakteren gibt es Chemie zwischen den Protagonisten, Erotik und Gelegenheit, vor Wut mit den Zähnen zu knirschen.

    Mehr will ich nicht verraten.

    Ich fasse also zusammen:
    Überzeugende Charaktere, ein historisch fundiertes Setting, eine Priese Shadowrun und ein Plot, der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Aetherhertz ist ein herausragendes Erstlingswerk, der beste deuschsprachige Steampunkroman den ich bisher gelesen habe und der, an dem sich in Zukunft alle anderen zu messen habe. Ich harre der Fortsetzung!

    9 von 10 Zeppelinen für Aetherhertz

    Eigentlich wollte ich 10/10 geben, aber das wäre ein bisschen fies von mir. Ich hatte mich auf meinem englischen Blog immer über klischeehafte Deutsche in englischsprachigen Steampunkromanen aufgeregt. Anja Bagus  hat leider einen total miesen Franzosen in ihrem Roman, der wirklich jedes schlechte Stereotyp erfüllt und sehr eindimensional dargestellt wird. Das ist aber wirklich der einzige Punkt, den ich auszusetzen habe.