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  • Das Mechanische Corps – Ausstellung im Künstlerhaus Bethanien

    Meine verehrten Leser, Berlin scheint sich zur Kulturhauptstadt der deutschen Steampunkszene zu mausern, jedenfalls bekomme ich den Eindruck, wenn ich mir ansehe, was dort alles auf permanenter Basis geboten wird, und jetzt noch eine Ausstellung im Künstlerhaus Bethanien hinzu:

    Die Ausstellung bezieht sich auf eine umfassende kulturelle Tendenz. Am Beginn des 21. Jahrhunderts mit einer extremen Beschleunigung und Erweiterung der Informationsdichte und globalen Kommunikation, zeigt sich in den bildenden Künsten, in Mode und Design, in Literatur und Film, in Comic und Pop ein ästhetischer Rückgriff auf die Welt des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Allenthalben entdeckt man Verweise auf die Welt Jules Vernes. Dieses in die Vergangenheit verweisende Element stellt ein Paradoxon dar. Auf der einen Seite miniaturisiert sich die technische Welt und Nanowissenschaften und autonome Maschinen werden immer sicherer als zukünftige dominante Entwicklungen betrachtet.

    Auf der anderen Seite schlüpfen Protagonisten wie die Steam-Punks in nostalgische Hüllen und Künstler bauen mit großem Aufwand schwere mechanische Geräte in Handarbeit. Auf Pariser Modenschauen fahren analoge Dampflokomotiven mit Pullmann Wagons ein, Set- Designs wie die von James Bond lassen Assoziationen zu und auch der neuste Science- Fiction-Film „Prometheus – Dunkle Zeichen“ (Regie: Ridley Scott) verwendet ein äußeres Raumschiffdesign, das an das genietete U-Boot Kapitän Nemos erinnert.

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    Mit der Ausstellung wollen die Kuratoren Peter Lang und Christoph Tannert dieses Paradoxon der zivilisatorischen Entwicklung kritisch untersuchen. Was führt zu dieser Entwicklung, was steht dahinter? Dabei beziehen sie sich auf Bereiche der Hochkultur als auch der Massen- und Fan-Kultur bis hin zur Mode. Bekannte KünstlerInnen stehen neben Art-Brut-Künstlern und den Werken junger Spezialisten.
    Die Begeisterung für das Mechanische ist ungebrochen. Und wenn der Film „Die Reise zum Mond“ des französischen Filmpioniers Georges Méliès aus dem Jahr 1902 gerade eine Rekonstruktion und begeisternde Neuaufführung erfährt, verstärkt das den gesamten Drift heutiger avantgardistischer Bewegungen ins scheinbar langsamere Gestern. Was sagt uns das über unsere gesellschaftliche Entwicklung? Wohin gehen die zivilisatorischen Abenteuer?
    Peter Lang / Christoph Tannert
    Kuratorische Assistentin: Miriam Barnitz
    Die Ausstellung „Das Mechanische Corps. Auf den Spuren Jules Vernes“ findet statt im Schauraum des Künstlerhauses Bethanien, Kottbusser Str. 10, 10999 Berlin-Kreuzberg vom 5. Juni bis 3. August 2014. Eröffnung ist am 5. Juni 2014.
    Zur Eröffnung spielen „Sons of Kemet“ (London) / http://sonsofkemet.com

    KÜNSTLERHAUS BETHANIEN
    A T E L I E R S U N D B Ü R O S : K o h l f u r t e r S t r a ß e 4 1 –4 3
    1 0 9 9 9 B e r l i n
    S C H A U R A U M : K o t t b u s s e r S t r a ß e 1 0
    TEL: +49 (0)30 616 903 0
    FAX: +49 (0)30 616 903 30
    info@bethanien.de
    www.bethanien.de

    Das Mechanische Corps. – Auf den Spuren von Jules Verne

    KÜNSTLERLISTE (09. Mai 2014)
    Yoshi Akai
    ATAK
    Roland Boden
    Jean-Pierre Bouvet
    James Capper
    Wendy Esmeralda Castillo
    Jos de Vink
    Stefan Fahrnländer
    Eric Freitas
    Roland Fuhrmann
    Andreas Gerth
    Gregor Hildebrandt
    Karl Hans Janke
    Thomas Kellner
    Yunchul Kim
    Alicja Kwade
    Peter Langer
    Via Lewandowsky
    Florian Mertens
    Gustav Mesmer
    Moebius
    Richard „Doc“ Nagy
    Nik Nowak
    Donna Ong
    Panamarenko
    Michael Sailstorfer
    Alexander Schlesier
    Henrik Schrat
    François Schuiten
    Amanda Scrivener
    Steam Noire
    Haruo Suekichi
    Philip Topolovac
    Gerard van Lankveld
    Brecht Vandenbroucke
    Viron Erol Vert
    Takashi Watabe
    Bert Wrede
    Ralf Ziervogel