• Tag Archives Literatur
  • Es greift weiter um sich

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    Jo, allmählich macht sich Steampunk auch in der deutschen Literaturlandschaft breit. Zwei grandiose Veröffentlichungen für 2012 habe ich ja bereits angekündigt.

    Erstaunlicher Weise habe ich von den hier abfotografierten Werken und Autoren bisher nichts gehört.

    Das heißt: Ich begebe mich mal zu Goodreads und schaue nach, wer und was das genau ist.


  • Steampunk Literatur für 2012

    Wie es aussieht, werden im kommenden Jahr einige große Namen der Steampunkliteraturszene ihre Werke auf dem deutschsprachigen Markt unterbringen.

    Lavie Tidhar hat einen Vertrag mit Pieper unterzeichnet, sein Roman Bookman erscheint im Mai, da freue ich mich schon wie ein Schneekönig.

    Eine Rezension des Originals The Bookman ist ja auf dem englischen Schwesterblog dieses Blogs zu finden. Im englischen Sprachraum ist ja schon der Nachfolgeroman zu Bookman erschienen und im Februar folgt der dritte Teil der Serie, The Great Game. Aber hier schonmal das Cover der deutschen Ausgabe:

    Cover von Bookman von Lavie Tidhar

    Glücklicher Weise hat sich Pieper dazu entschieden, das Cover der bei Angry Robot Books erschienenen Originalausgabe zu verwenden, was mir ziemlich Hoffnung gibt.

    Tee Morris un Pip Ballantine hatten da nämlich etwas weniger Glück… Wie mein Freund Alex schon schrieb, kann man über das Cover der deutschen Ausgabe von Phoenix Rising nämlich etwas geteilter Meinung sein:

    Books & Braun Deutsches Cover

    Zugegeben, Miss Braun sieht fast genau so aus, wie ich sie mir vorstelle, aber die ganzen Zahnräder im Hintergrund… Steampunk ist nicht gleich Zahnrad, wie oft muss das eigentlich noch wiederholt werden? Aber gut, es ist schon mal schön, dass sich auch hochwertige Literatur auf dem deutschen Steampunkmarkt tummelt. Was ich da bisher aufgegriffen habe, entsprach nicht so ganz meinen Vorstellungen.

    In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein ganz hervorragendes Jahr 2012, und nein, die Welt wird ganz bestimmt nicht untergehen.

     

     


  • Die Szene nimmt fahrt auf

    Die Steampunk Szene in Deutschland, vielmehr im deutschsprachigen Raum, bewegt sich immer schneller vorwärts. Thalia hat in verschiedenen Filialen ein Steampunk-Special in Zusammenarbeit mit Feder und Schwert laufen:

    Steampunk Banner Thalia

    Leider nicht bei mir vor Ort, sonst hätte ich schon längst mal darüber berichtet…

    Und man findet Steampunk immer häufiger in den etablierten Medien, wir sind sichtbarer. Passend zum Wave Gotik Treffen gab es zum Beispiel diesen Bericht in der Leipziger Volkszeitung. Besonders auffällig: Wir Æthernomaden bekommen erstaunlich wenig schlechte Presse ab.
    Ich spekuliere, das liegt daran, dass man mit schräg-viktorianischen Gestalten nicht so wirklich reibungslos Satanismus und ähnlichen Unfug in Verbindung bringen kann, wie das bei Gothics und Metal Heads der Fall ist.

    Zurück zum Thema und anknüpfend an die Thalia-Aktion: Es erscheint immer mehr Steampunk-Literatur auf Deutsch. Mehrheitlich Übersetzungen, aber immerhin. Man kann ja nicht nur ständig etwas über Liebesbeziehungen mit Vampiren und Teenage-Magier lesen. Da bekommt man ja Literatur-Skorbut… Zu einseitig.

    Pieper wird die Romane von Lavie Tidhar veröffentlichen, der Deal steht, soviel ich weiß (es sei denn, Lavie hat sich einen Scherz mit mir erlaubt) und hier ist ein deutscher Steampunk-Trailer für einen weiteren Roman des Genres, das is das erste Mal, dass ich sowas auf Deutsch sehe:

    Also, es geht vorwärts, wir sind schon beinahe Mainstream…


  • Mein Kaiser

    Ich bin aus verschiedenen Gründen einen Tag zu spät dran. Gestern am 18. Oktober 2010 wäre Kaiser Friedrich III

    Kaiser Friedrich III, Portrait

    179 Jahre alte geworden, und mit Steampunk-Technologie hätte er es vielleicht sogar geschafft. Ich halte es für eine der großen Tragödien des 19. Jahhunderts, dass Kaiser Friedrich, der als Liberaler galt, eine so kurze Zeit auf dem Thron hatte. Wäre er ähnlich alt geworden, wie sein Vater, hätte der 1. Weltkrieg vielleicht nie statt gefunden.

    Ich habe meine Gründe für diese Einschätzung in der Gatehouse Gazette No. 6 dargelegt, man kann sie also dort nachlesen. Im Zusammenhang zu meiner persönlichen Sicht von Steampunk vor einem pseudo-historischen Hintergrund nimmt Kaiser Friedrich jedenfalls eine zentrale Rolle ein.

    Da ich ja meinen Fokus auf Steampunk im Deutschen Reich ca. 1889 lege, ist Freidrich II dort und dann Kaiser, im Rollenspiel hatte er nie Krebs und ist ein Busenfreund eines gewissen Herrn von Stauffen (Insiderwitz!) und eine seiner Töchter treibt sich mit Damen herum, die nicht vollständig standesgemäß sind (noch ein Insiderwitz).

    In der Zeitlinie, in der die Expeditionen der LZ-X1 Württemberg angesiedelt sind, hatte er Krebs und hat jetzt eine Prothese für Kehlkopf und Teile des Halses, was sowohl Prothesen (besonders für Veteranen) sehr (*räusper*) modisch gemacht hat als auch die Forschung in diesem Bereich sehr anspornt.

    Hier sieht man mal, welche Auswüchse Geschichte haben kann, wenn man ein paar tropfen Æther hinzu fügt.

    In so fern ist Kaiser Friedrich II „mein“ Kaiser. Ich bin kein Monarchist, ich habe blos ein Faible für diese wunderschönen preußischen Uniformen und für Zeppeline…


  • Nautilus 79: Steampunk und Gaslight-Fantasy

    Das Nautilus Magazin widmet seine 79. Ausgabe den Genres Steampunk und Gaslight-Fantasy. Mehr dazu gibt’s auf der Nautilus Homepage und hier noch die Meldung des Abenteuer Medien Verlags inklusive Cover der Ausgabe:

    In der Oktober-Ausgabe des monatlichen Fantasy-Magazins NAUTILUS –
    Abenteuer & Phantastik zischt und rumst es ordentlich, denn es geht um
    Fantasy mit Dampf dahinter. Die Coverthemen der Ausgabe sind
    ungewöhnliche Mystery-Thriller um Mord und Magie, Steampunk, skurrile
    Gaslight-Fantasy, Alternate History und Superschurken.

    Aktuell erscheinen vermehrt Romane und auch Filme rund um ein
    alternativ-historisches Setting eines ausgehenden 19. Jahrhunderts mit
    Magie und obskurer Dampfmaschinentechnik, die sich dem Genre des
    Steampunk- und der Gaslight-Fantasy zuordnen lassen. In der Ausgabe
    79, 10/2010, diskutieren deshalb die acht deutschsprachigen Autoren Ju
    Honisch, Markus Heitz, Bernd Perplies, Thomas Plischke, Victoria
    Schlederer, Peter Schwindt, Thomas Thiemeyer und Andreas Zwengel die
    Möglichkeiten und Ausprägungen des Steampunk und stellen ihre
    betreffenden Romanprojekte vor. Dazu kommen Gepräche mit Scott
    Westerfeld zu seinem Steampunk-Roman „Leviathan“ und mit Oliver
    Plaschka zu „Die Magier von Montparnasse“ sowie eine Leseprobe zu
    Bernd Perplies Gaslight-Fantasyroman „Magierdämmerung: Für die Krone“.

    Wie dieses skurril-anarchiche Steampunk-Setting filmisch aussehen
    kann, zeigen im Heft diverse Filmbeispiele sowie Interviews mit den
    Filmmachern der Kurzfilme „The Anachronism“ und „Reise zum Mars“. Und
    Ende September kommt Luc Bessons Mystery-Thriller „Adèle und das
    Geheimnis des Pharaos“ nach den „Adèle Blanc-Sec“-Comics von Jacques
    Tardi in die deutschen Kinos. Darin muß sich eine junge
    Abenteuerroman-Schriftstellerin mit einem frisch geschlüpften
    Flugsaurier, lebenden Mumien und durchgeknallten Wissenschaftlern im
    Paris des Jahres 1912 auseinandersetzen. Der Comic-Schöpfer, Regisseur
    Luc Besson und die Adèle-Darstellerin Louise Bourgion berichten im
    Heft von den Dreharbeiten. Und die Spieleschmiede Pixelcage gibt einen
    Einblick in das Game-Desgin des PC-Adventures „Jekyll & Hyde“ nach dem
    Gaslight-Romanklassiker von Robert Louis Stevenson.

    Weitere Themen dieser NAUTILUS sind u.a. eine Top Ten der größten
    Superschurken der Popkultur anläßlich des Filmstarts von „Ich –
    einfach unverbesserlich“, ein Feature zum Endzeit-Drama „The Road“
    nach dem Roman von Cormac McCarthy mit Viggo Mortensen in der
    Hauptrolle, und Regisseur Zack Snyder liefert ein Preview zu seinem
    Animations-Abenteuer „Die Legende der Wächter“.

    Die soeben im Handel und bei Online-Buchhändlern wie Amazon
    erschienene Print-Ausgabe kann bereits seit Anfang des Monats auf der
    NAUTILUS-Homepage vorab komplett und gratis durchgeblättert werden.
    Die im Heft vorgestellten Steampunk-Kurzfilme können online angeschaut
    werden, und es gibt Filmclips, Video-Interviews und Trailer zu den
    Feature-Filmen der Ausgabe. Und per Preview gibt es einen Ausblick auf
    die November-Ausgabe der NAUTILUS, in der es u.a. um den Tod in der
    Fantasy, teuflische Dämonenjäger, Voodoo und kultige Zombies geht.


  • Ausgabe 11 der Gatehouse Gazette

    Die Gatehouse Gazette gehört zu den meistgelesensten Steampunk- und Dieselpunkpublikationen im Ætherweb und jede Ausgabe ist thematisch einmalig und hervorragend. Was mir besonders gefällt, ist die Internationalität der Redakteure und Authoren. Anders als andere Bereiche von Steampunk und Dieselpunk im Ætherweb wird sie nicht von US Amerikanern dominiert. Mr. Ottens, der Chefredakteur ist Niederländer, andere Redakteure sind aus Belgien, Kanada, Großbritannien und, natürlich, Deutschland (meine Wenigkeit).

    Diese Ausgabe dreht sich um den Orient im Viktorianischen Zeitalter und dessen Perzeption und Rezeption im Westen. Geographisch umspannt das Themengebiet das Gebiet zwischen dem Osmanischen Reich bis Japan und historisch reicht es bis in die heutige Zeit, mit den Stereotypen und Memen, die der Oreint im Westen hinterlassen hat.

    Gegenwärtig gibt es die Gatehouse Gazette nu in Englisch, sie ist es aber in jedem falle wert, gelesen zu werden.

    Also, entspannt euch bei einer Schale Grünen Tee und lest:

    Gazette-Issue-11
    Gatheouse Gazette Ausgabe 11

  • Steampunk Literaturtipps

    Ich mag Literatur. Ich habe mein Staatsexamen in englischer Literatur mit Schwerpunkt auf African Post-Colonialist Literature gemacht, ich bin ausgesprochener Lovecraft Fan. Ich lese sehr viel. Aus diesem Grund möchte ich hier mal einige Literaturempfehlungen loswerden, für alle, die neu zu Steampunk gestoßen sind und sich mal einlesen wollen, hier eine Liste:

    Besonders empfehlen möchte ich allerdings Lavie Tidhars Bookman

    The Bookman

    Das Buch ist momentan nur auf Englisch verfügbar, aber, es lohnt sich! The Bookman ist das beste Steampunk Buch, das ich bisher gelesen habe und eines der Besten überhaupt.

    Eine ausführliche Rezension gibt es hier (auf Englisch) im „Mutterblog“ dieses Blogs.

    Eine Bitte noch: Wenn Ihr euch dafür interessiert, lest die Bücher und holt nicht die Hörbücher! Lesen ist wesentlich mehr Steampunk als Hörbuch hören. Eine Lady oder ein Gentleman liest!


  • Sherlock Holmes Lesung

    So, wir  waren gestern auf einer kleinen, sehr feinen Lesung von „Sherlock Holmes und der Blaue Karfunkel“ im NIEDERLASSUNG in der Buttermelcher Straße 6 in München. Sehr fein, wirklich sehr fein. Der Laden war gesteckt voll, es gab superdelikaten Schokoladenkuchen und nette Begleitung hatten wir (meine Frau und ich) auch dabei. Die Idee hatte sowieso Anja, die uns über Facebook auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht hat. War zwar etwas kurzfristig, die Lesung war gestern Abend, die Einladung kam gestern Nachmittag, aber es hat ja trotzdem geklappt.

    Sherlock Holmes macht ja durch den Film jetzt gerade einen ziemlichen Hype durch, was ich aber alles andere als Schlecht finde. Mehr Steampunk-Victoriana-Flair für die Massen!

    Gelesen wurde von Deef Pirmasens:

    Deef Pirmasens liest Sherlock Holmes

    Sehr angenehme Stimme, der Herr Pirmasens. Außerdem hat jeder Akteur der Geschichte seine eigene Stimme bekommen, was der Lesung noch mehr Tiefe gab.

    Musikalische Begleitung, sehr stimmige musikalische Begleitung, wurde geliefert von Sascha Biebergeil:

    Sascha Biebergeil, musikalische Begleitung

    Das hat auch sehr schön dazu gepasst und die atmosphäre sehr gemütlich gemacht. EIne ganz hervorragende Gesamtkomposition meine Herren! Großes Lob und vielen Dank!

    Ja, der Steampunk von Welt sollte sich und tut sich hin und wieder eine passende kulturelle Veranstaltung gönnen. Es ist ja nicht so, als seien wir ein ungebildeter Haufen von Rüpeln, oder wie es so schön im Englischen heisst, Ruffians.

    Also nochmal kurz zusammengefasst war das gestern ein sehr schöner, gelungener literarischer Abend. Solche Veranstaltungen macht das NIEDERLASSUNG öfter, das merke ich mir mal vor.